Bauernhaus Eugst, Appenzell

Am Westabhang des Fänerenspitz befindet sich das im Jahr 1685 errichtete ehemalige Bauernhaus "Äugst".
Mit seinem giebelständigen Wohnhaus und der angebauten traufständigen Stallscheune veranschaulicht es beispielhaft den für das Appenzellerland charakteristischen Typus des Kreuzfirsthauses.
Aufgrund der baugesetzlichen Gegebenheiten konnte der bereits bewohnte Teil um zusätzliche Fläche in die Stallscheune hinein erweitert werden.
Die beiden ehemaligen Kuhställe des Ökonomieteils, deren Heuwalmen in historischer Gwettkopf-Blockbauweise konstruiert wurden, bildeten dabei den strukturellen Rahmen für die neuen präzis eingepassten und schwarz-bitumierten Holzeinbauten.
Gezielt gesetzte Fenster im Neubauteil eröffnen dabei spannende Blicke hinein in den alten Stall und umgekehrt.
Im Erdgeschoss der beiden neuen Wohnteile sorgen zwei grosse Fensteröffnungen Richtung Westen für die nötige Belichtung der neuen Wohnräume und ermöglichen zugleich einzigartige Aussichten ins Appenzellerland.
Die bereits als westlicher Anbau bestehende und aus dem Boden ragende betonierte Jauchegrube wurde mit einem Rost aus massiven und konisch geschnittenen Lärchenholzdielen versehen und dient heute den angrenzenden Wohnräumen als vorgelagerte Terrasse und Aussichtsdeck.
Hinsichtlich des äusseren Erscheinungsbild galt das wichtigste Augenmerk dem Erhalt der Ostfassade des Wohnhauses mit seiner gestemmten Vertäfelung und Zugläden aus dem ausgehenden 19. Jhd. sowie dem Ersatz der Kunststofffenster aus den 1990er Jahren durch Holzkastenfenster nach historischem Vorbild.
Die übrigen Fassaden wurden entsprechend traditioneller Appenzeller Handwerkstradition durch Bretter- oder Schindelschirme aus Fichtenholz verkleidet, und die Fenster gegen die Wetterseiten hin mit Fallläden sowie zwei massiven Holzschiebetoren gegen Niederschlag und die ortstypischen Föhnstürme geschützt.