Frauenhof, Rapperswil

Obwohl sein Baujahr in alten Chroniken um das Jahr 1500 datiert wird, vermutet die aktuelle baugeschichtliche Beurteilung, dass der Frauenhof auf insgesamt vier Hofstätten gründet, die bereits auf das Mittelalter zurückgehen. Aufgrund der bewegten Stadtgeschichte und wechselnder baustilistischer Einflüsse wurde das Haus während der vergangenen Jahrhunderte immer wieder baulichen Veränderungen unterzogen und bis hin zu seiner heutigen Erscheinung umgestaltet. Nach dem Besitzerwechsel 2013 erfolgte eine sorgfältige Planungsphase, um das Erdgeschoss in einen Gastronomiebetrieb umzunutzen sowie die Wohngeschosse und Fassaden tiefgreifend zu sanieren.
Die restaurierten Rokoko-Stuckdecken stammen aus der Zeit um 1750, die ebenfalls wieder instand gestellten und teilweise ergänzten spätgotischen Felderdecken mit ihren speziellen Flachschnitzereien aus der Zeit um 1500. Beide gehören zu den ältesten und wertvollsten der Stadt Rapperswil.
Der als Monolith konzipierte Treppenhauskern ist mit einem anthrazitfarbigen Tadelakt-ähnlichen Kalkputz verspachtelt.
Wo die Erhaltung der alten Böden nicht mehr möglich war, wurden in den Wohnungen massive Eichenholz-Dielen verlegt, während in den öffentlichen Bereichen des Erd- und Untergeschosses ein spezieller geschliffener Hartbeton zum Einsatz kam.
In der Beiz kontrastiert der Eichenboden mit seinen dunkel geölten Riemen bewusst das heller gehaltene Differenztäfer der Wände und der Sitzbank. Die Bar und die Bestuhlung des Raumes sind komplett in schwarz gehalten und treten dadurch optisch vor der Eiche in den Hintergrund. Eigens für das Projekt entworfene und in Murano mundgeblasene Glaslampen sowie umlaufende Lichtbänder an den Deckenrändern sorgen für die entsprechende Lichtstimmung zu jeder Tageszeit.