Forum Paracelsus, St. Moritz

Das Paracelsusgebäude in St. Moritz wurde um 1866 erbaut. Während vieler Jahre diente es als "Trinkhalle" und war durch eine Wandelhalle mit dem alten Kurhaus und den Kurbädern verbunden. Als die Paracelsusquelle versiegte, wurde das Gebäude mit der Zeit nicht mehr als Trinkhalle genutzt, und die Bausubstanz zerfiel zusehends.
Die Politische Gemeinde St. Moritz erachtete es als ihre Pflicht, diesen letzten Zeitzeugen der Bäder-Hochkultur zu erhalten und zu restaurieren.
Das bestehende Gebäude wurde analog der historischen Situation seitlich erweitert, und im bestehenden gefassten Hof wurde ein Kerngebäude aus Sichtbeton eingefügt. Besucherinnen und Besucher können hier Wasser aus der Mauritiusquelle trinken und erhalten auf einem hinterleuchteten Glasband sowie an Hörstationen Informationen über die Geschichte der St. Moritzer Bädertradition.
Der Nukleus und der Trinkbrunnen wurden aus erdig-rotem, eingefärbtem Sichtbeton erstellt. Durch ein grosses Schaufenster blickt man vom Raum mit dem Trinkbrunnen auf die 1907 ausgegrabene Mauritiusquellfassung. Gemäss dendrochronologischen Untersuchungen stammt diese aus dem Jahr 1411 v. Chr. und stellt eines der wertvollsten Kulturgüter im Oberengadin dar.
Bei der Restaurierung standen der Erhalt des überlieferten Bestandes und die Geschichte des Gebäudes im Vordergrund. Die Restaurierung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege und einem Restauratoren-Team. Eingriffe wurden möglichst klein und, wo unerlässlich, möglichst unauffällig gehalten. Historische Elemente wurden in Stand gestellt und nicht ersetzt, die Spuren des Alters blieben erhalten. Der Bestand ist erlebbar und auch für zukünftige Generationen weiterhin ablesbar.